Aller Anfang ist schwer

SK Sturm Graz – SC Wr. Neustadt 3:3
Samstag, 21. Februar 2015, 18:30 Uhr
Stadion Liebenau, 7.756 Zuseher (ca. 25 Gästefans)
Bundesliga 2014/15, 21. Runde

Nun war es also soweit. Nachdem uns der strenge Winter und die “rigorosen” Infrastrukturvorgaben der Bundesliga einen verspäteten Start in die Frühjahrssaison beschert hatten, konnte Sturm endlich in die Saison starten. Heiß auf diesen Tag waren wir schon alle, versprachen die Aktivitäten in der diesjährigen Winterpause doch einiges. Zwar verließ uns unser Goalgetter Richtung Salzburg, dennoch schürte die Einkaufspolitik des Vereins die Hoffnungen in den schwarz-weißen Herzen, dass der Europa Cup, wenn nicht sogar die Champions-League-Qualifikation, wie manch Vereinsverantwortlicher von sich gab, am Ende der Saison zu erreichen sein könnte. Sprach man mit den Fans, egal ob Kurve, Längs oder VIP Klub, so konnte man endlich wieder jene Euphorie verspüren, die man bei den Sturmfans schon verloren geglaubt hatte. Selbst die Absage des Grödigspiels – da der „Platzwart“ den Rasen mit Hilfe eines Traktors umgepflügt hatte, war dieser unbespielbar – konnte der positiven Grundstimmung keinen Abbruch tun.

neustadt1Los geht’s

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar. Ein jeder erwartete sich einen eindeutigen Sieg der Blackies über den Außenseiter aus Wiener Neustadt. Nicht gerade zu hoch gegriffen, wenn man an die vorhin genannte Aussage eines Klubverantwortlichen denkt. Nachdem uns auch das Wetter diesmal hold und die Temperatur für die Jahreszeit mild war, konnte man sich, aufgrund der erwähnten, positiven Stimmung und der durchwegs gut besuchten Testspiele, ein recht volles Haus erwarten. Und beim Betreten der Kurve wurde dieses Gefühl auch gleich bestätigt. Zwar war das Staion mit knapp 7800 Besuchern schwach besucht, aber in der Kurve stand man dicht gedrängt wie schon lange nicht mehr (zumindest in den inneren drei Sektoren). Alles war bereit für die große Party.

Launische Diva

Doch wie so oft bei Sturm kam wieder einmal alles anders als erwartet. Es dauerte nicht einmal 10 Minuten, bis die bis dahin gute Stimmung im Block abbrach und die Neustädter jubeln durften. Sturm übernahm danach zwar spielerisch das Kommando, doch konnte man nicht wirklich Druck aufbauen oder zwingende Chancen erarbeiten. Und so sorgte in der 38. Minute ein weiterer Abwehrfehler dafür, dass Wiener Neustadt unerwartet mit einer 2:0 Führung in die Pause gehen konnte. In den Gesichtern der umstehenden Fans konnte man klar lesen was sie dachten – „Jetzt geht’s schon wieder los.“ In der Halbzeitpause folgte dafür ein Höhepunkt der anderen Art: Das stolze Ergebnis der diesjährigen Aktion “Schwoaze helfen” wurde präsentiert und die Spenden an die verschiedenen Organisationen übergeben. Danke nochmal an alle, die unsere Aktivitäten unterstützt haben!

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Mit wenig Zuversicht, ob der Darbietung in Halbzeit eins, ging man in die zweite Hälfte. Dennoch bemühte man sich weiterhin um gute Stimmung, was weitgehend gelang und diesmal auch belohnt wurde. Ein schönes Tor von Roman Kienast leitete den Umschwung ein. Sturm übernahm das Kommando, dominierte das Spiel und glich bald darauf aus. Die Kurve, angesteckt von diesem Kampf, explodierte zeitweise, wenn auch hier noch viel Raum nach oben ist, wie man stellenweise merken konnte. Als dann Sturm kurz vor Schluss nach einer schönen Vorlage des zuvor eigewechselten 50-Millionen-Mannes Avdijaj sogar in Führung ging, stimmten auch die letzten Zweifler in die Freudengesänge mit ein.

Zurück in der Realität

Aber nur um kurz darauf wieder auf den Boden geholt zu werden. Abermals ein schwerer Fehler in der Defensive führte dazu, dass Wiener Neustadt doch noch der Ausgleich gelang. Sturm konnte danach nicht mehr nachsetzen und so musste man sich mit einem Punkt zufrieden geben. Ob uns diese zwei verlorenen Punkte später einmal fehlen werden, bleibt abzuwarten.
Die Anfangseuphorie hat damit einen schweren Dämpfer erfahren, aber im Gegensatz zu früheren Saisonen wurde sie zumindest nicht schon im ersten Spiel komplett zerstört. Schaut man sich die Anmeldungen für das Spiel gegen Rapid an, so kann man erkennen, dass noch immer ein großer Teil der Sturmfamilie an diese Mannschaft glaubt. Jetzt gilt es allerdings auch zu zeigen, was man kann. Holt man aus den nächsten beiden Spielen gegen Rapid und Austria nicht mindestens vier Punkte, dürfte es wohl schwer werden mit einem Platz an der Champions League Sonne. Darum:

ALLE NACH WIEN!

-geka-

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